Hochzeitskosten

Beim Wort Hochzeit wird alles teurer.

Hand aufs Herz: Fast jedes Brautpaar sagt diesen Satz irgendwann während der Hochzeitsplanung.

"Kaum sagt man das Wort Hochzeit, verdoppeln sich die Preise!"

Ich höre diesen Satz tatsächlich ziemlich oft. Und ja – ich verstehe absolut, woher dieses Gefühl kommt. Aber heute möchte ich euch einmal die andere Seite zeigen. Nicht, weil ich Dienstleister verteidigen muss. Sondern weil ich finde, dass viele Preise erst verständlich werden, wenn man weiß, was eigentlich alles dahintersteckt.


Die Wahrheit: Die meisten Menschen planen genau eine Hochzeit im Leben.

Und genau deshalb fehlt oft der Vergleich.

Wenn ihr euren 30. Geburtstag mit 15 Freunden feiert, wirkt das natürlich günstiger als eine Hochzeit mit 80 Gästen. Dabei vergleichen wir oft Äpfel mit Birnen.

Rechnen wir einmal nach.

Nehmen wir eine Hochzeit mit 80 Gästen.

Das Menü kostet 85 € pro Person. 85 € × 80 Gäste = 6.800 €

Dazu Getränke für beispielsweise 45 € pro Person: 45 € × 80 Gäste = 3.600 €

Allein Essen und Getränke liegen also bereits bei: 10.400 €

Und plötzlich wirkt die Zahl riesig. Aber eigentlich kostet nicht die Hochzeit so viel – sondern ihr bewirtet 80 Menschen über viele Stunden. Dasselbe gilt übrigens auch für Stühle, Geschirr, Servietten, Gastgeschenke oder Mitternachtssnacks. Ein kleiner Betrag pro Person summiert sich eben schnell.

"Aber warum kostet eine Hochzeitstorte 600 Euro?"

Weil sie eben nicht einfach nur ein Kuchen ist.

Eine Hochzeitstorte wird individuell entworfen, geplant, dekoriert und oft in mehreren Etagen aufgebaut. Sie muss transportiert werden, teilweise bei sommerlichen Temperaturen, und zur richtigen Zeit perfekt aussehen. Hinzu kommen hochwertige Zutaten, viele Stunden Handarbeit und häufig auch der Aufbau direkt vor Ort. Das ist etwas völlig anderes als ein Kuchen aus der Bäckerei für den Sonntagskaffee.

 

"Die Traurednerin arbeitet doch nur eine Stunde."

Das ist wahrscheinlich einer der größten Irrtümer. Ja, die Rede dauert vielleicht 40 bis 60 Minuten. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Vorher stehen unter anderem an:

  • Kennenlerngespräch
  • ausführliches Traugespräch
  • Konzeption der gesamten Zeremonie
  • Schreiben der individuellen Rede
  • Abstimmungen mit Trauzeugen oder Familie
  • Musikplanung
  • Ablaufplanung
  • mehrmaliges Überarbeiten der Rede
  • An- und Abreise
  • Technik vorbereiten und testen
  • Aufbau am Hochzeitstag

Je nach Zeremonie entstehen dabei 20 bis 30 Arbeitsstunden – manchmal sogar mehr. Ihr bezahlt also nicht eine Stunde Rede. Ihr bezahlt viele Stunden Vorbereitung für genau diesen einen Moment.

 

"Der Fotograf drückt doch nur auf den Auslöser."

Auch das höre ich gelegentlich. Dabei beginnt die Arbeit lange vor der Hochzeit.

Ein professioneller Hochzeitsfotograf investiert unter anderem Zeit in:

  • Vorgespräche
  • Zeitplanung
  • Equipment vorbereiten
  • Anfahrt
  • 8–12 Stunden fotografieren
  • Datensicherung
  • Bildauswahl
  • Farbkorrektur
  • Retusche
  • Galerie erstellen
  • teilweise Albumgestaltung

Die Nachbearbeitung allein dauert häufig viele Stunden.

 

"Haare und Make-up – das dauert doch nur zwei Stunden."

Auch hier steckt deutlich mehr dahinter. Eine Brautstylistin sorgt nicht einfach nur für eine schöne Frisur. Sie entwickelt gemeinsam mit euch euren Look, macht einen Probetermin, plant den Ablauf am Hochzeitstag und verwendet Produkte, die Wind, Freudentränen, Umarmungen und eine durchtanzte Nacht überstehen sollen. Das ist etwas ganz anderes als ein normales Tages-Make-up.

 

"Und was macht eigentlich eine Hochzeitsplanerin?"

Diese Frage beantworte ich natürlich besonders gerne. Viele sehen nur den Hochzeitstag. Die eigentliche Arbeit beginnt aber oft Monate oder sogar über ein Jahr vorher.

Je nach Paket gehören dazu beispielsweise:

  • Budgetplanung
  • Locationsuche
  • Dienstleisterrecherche
  • Angebotsvergleich
  • Vertragsprüfung
  • Zeitplan erstellen
  • Detailabsprachen
  • Gästeorganisation
  • Ablaufplanung
  • Dekorationskonzept
  • Ansprechpartner für alle Dienstleister
  • Koordination am Hochzeitstag
  • Plan B bei schlechtem Wetter
  • unzählige E-Mails, Telefonate und Meetings

Je nach Umfang kommen dabei schnell 50 bis weit über 100 Arbeitsstunden zusammen. Auch hier bezahlt ihr also nicht "einen Tag Begleitung", sondern viele Monate Organisation, Erfahrung und vor allem die Sicherheit, dass am Hochzeitstag alles ineinandergreift.

Warum Hochzeiten oft hochwertiger geplant werden

Eine Hochzeit ist für viele Paare eines der emotionalsten Ereignisse ihres Lebens.

Es gibt keinen zweiten Versuch.

Die Frisur muss halten.

Der Fotograf darf keine wichtigen Momente verpassen.

Die Torte soll perfekt aussehen.

Die Technik muss funktionieren.

Der Ablauf soll reibungslos sein.

Deshalb arbeiten viele Hochzeitsdienstleister mit hochwertigem Equipment, haben Ersatzmaterial dabei, bilden sich regelmäßig weiter und investieren viel Zeit in Vorbereitung und Planung. Nicht, weil es eine Hochzeit ist. Sondern weil die Erwartungen – zu Recht – besonders hoch sind.

 

 

Gibt es schwarze Schafe?

Natürlich. Wie in jeder Branche gibt es Anbieter, die den Preis erhöhen, sobald sie das Wort "Hochzeit" hören. Aber das ist längst nicht die Regel. Die meisten professionellen Hochzeitsdienstleister kalkulieren ihre Preise auf Basis von Arbeitszeit, Erfahrung, Material, Vorbereitung und Verantwortung.

Mein Fazit

Nein – Hochzeiten sind nicht automatisch überteuert.

Sie sind vor allem eines: aufwendig.

Und genau dieser Aufwand bleibt oft unsichtbar.

Wenn ihr also das nächste Mal ein Angebot erhaltet, schaut nicht nur auf den Endpreis.

Fragt euch lieber: Wie viele Stunden Arbeit, Erfahrung, Planung und Verantwortung stecken eigentlich hinter diesem Angebot?

Ich verspreche euch: Die Antwort überrascht die meisten Paare. Und vielleicht verschwindet dann auch der Mythos, dass allein das Wort "Hochzeit" alles dreimal so teuer macht.

Hochzeitskosten

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